Der Weg in mein Herz 

Nach dem tragischen Unfalltod von Gizmo, siehe auch "Regenbogenbrücke", war für mich sofort klar, es muss wieder ein Hund her. Nicht irgendeiner, nein, ein Bully. Und nicht so wie bei Gizmo - unbekannter Herkunft - sondern ein richtiger, von einem liebevollen Züchter wo der Hund sozialisiert ist, gesund, charakterstark und mit Papieren.

Jeder von Euch, der einen Bully oder auch einen anderen Hund aus einer richtigen Zucht hat, weiss, was es an Zeit und Aufwand für die Recherche, für´s durchsuchen des Internets, ja, ich dachte oft, ich knall mit dem Kopf ans Ende, hab´s aber leider noch nicht gefunden ;), Anrufe, Emails schreiben usw. kostet.

Unter anderem habe ich mich in verschiedenen Bullyforen angemeldet und dort die Homepages der Züchter durchgelesen. In einem Forum bin ich hängengeblieben, siehe auch "Links" und dort habe ich dann die Züchterin meiner Wahl getroffen. Aktuell hatte sie zwei Welpen, Franziska (Angel) und Ferdinand (Ferdi) von Bernstein. Ich war hin und weg, fieberte mit Sandra und Kai, den jetzigen Besitzern von Angel mit, freute mich immer über Fotos und Erzählungen von Biggi und ihrer Rasselbande. Auch die Homepage habe ich durchwühlt und mir die vielen schönen Bilder des Rudels angeschaut. Fanja war dort auch abgebildet, hatte sogar ein eigenes Thema, das für sie noch Eltern gesucht werden, Biggi aber sehr anspruchsvoll den neuen Eltern gegenüber ist. Das hat mich eingeschüchtert. Sehr sogar, deswegen habe ich Fanja sofort wieder aus meinem Gedächtnis gestrichen.

Irgendwann habe ich mir ein Herz gefasst und Biggi eine vorsichtige Email geschrieben, auf ihrer Homepage war zu lesen, das sie für Anfang des Jahres einen Wurf plant, und habe gefragt, was sie denn für Ansrüche gegenüber den neuen Eltern hat, was sie mitbringen müssen, ob sie eine Warteliste für die Welpen hat, wie lang diese ist usw.

Biggi hat sofort geantwortet und ich hatte richtig Schiss, die Nachricht zu lesen. Aber die Nachricht klang sehr freundlich und sie bat mich, sie mal anzurufen. Gesagt getan. Unser erstes Gespräch dauerte knapp zwei Stunden *G* und ich war sofort von ihrer offenen und lieben Art begeistert. Kennt ihr das? Ich telefoniert/hört meinen Menschen und Du denkst sofort, WOW, dich mag ich? So ging´s mir. Im Gespräch kam dann Biggi auf das Thema Fanja, und ob ich auf einen Welpen bestehe oder es auch ein älterer Bully sein dürfte.

Ich muss ehrlich sagen, Farbe, Aussehen eines Hundes stehen bei mir sehr weit hinten. Wichtig ist der Charakter und die Gesundheit. Und das haben Hunde vom Züchter den Hunden von Vermehrern voraus. Und mal ehrlich, ich habe noch keinen hässlichen Bully gesehen ;)

Nach einigem hin und her versprach mir Biggi mehr Bilder von der kleinen Maus zu schicken. Und je mehr Bilder sie geschickt hat, desto mehr wurde mir klar, die oder keine. Die passt wie die Faust auf´s Auge. Wir haben noch viele viele Stunden telefoniert, ich hätte Fanja lieber gleich als später abgeholt, aber das Wetter... Schneegestöber, 20 cm Neuschnee über Nacht, Minusgrade, Eisglatte Fahrbahnen und dann noch Christine, unser Auto, das gerade im Dezember sehr viele Mucken gemacht hat. Ich wäre fast wahnsinnig geworden. Zu wissen, das der eigene Hund ein paar hundert Kilometer entfernt auf einen wartet, abgeholt zu werden und nicht hinzukommen. Uah!

Im Forum kam man dann auf die Schnapsidee, mit dem Zug zu fahren. Hab erst drüber gelacht, aber dann kam die Wettervorhersage bis Weihnachten, also hab ich die Homepage der DB studiert. Ja, manchmal stell ich mich sehr blond an. Ich bin auf sogenannte Angebote gestoßen, das mir fast die Haare ausgefallen wären. Also bin ich zum Bahnhof gefahren und habe mich dummgestellt, eine Zugverbindung hin und zurück raussuchen lassen und letztendlich gebucht. Im Bummelzug 7 1/2 Stunden hin, im ICE 3 Stunden zurück. Für Sonntag den 12.12.10.

Ich brauch nicht zu erzählen, wie aufgeregt ich war. Die lange Zugfahrt, fremde Menschen (Biggi und Udo), fremde Stadt, die Kleine... geschlafen hab ich sehr schlecht, bin um drei aus dem Bett gehoppst und war um fünf am Bahnhof. Murphy´s Law, natürlich hatte gleich der erste Zug verspätung, so das sich die Hinfahr gleich mal um eine Stunde verlängert hat. So im Nachhinein kann ich sagen, ich kann mich garnicht mehr groß an die Zugfahrt erinnern, ich hatte nur das kleine Bullymädchen vor Augen und einen Tunnelblick.

Und dann die Erleichterung am Bahnhof in Hüth, wo mich Udo abgeholt hat. Ein richtiger Knuddelbär, lieb, erzählte und erzählte, ich war sofort begeistert. Dann, daheim angekommen und geklingelt, haben die Hunde gebellt und ich wusste, ich bin richtig gelandet. Biggi hat die Tür aufgerissen und ich konnte sie einfach nur feste umarmen. Meine Intuition, das ich sie sofort am Telefon mochte, hat sich in dem Moment bestätigt.

Ich wollte Fotos machen, aber vor lauter erzählen, reden, Hunde kratzen und kraulen hatte ich das ganze vergessen. Leider. Im nachhinein habe ich mich über mich selber wahnsinnig geärgert. Das Rudel war genau so, wie ich es mir vorgestellt hab, die Hunde sind lieb miteinander umgegangen, es gab keinen Ärger, nichts.


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